Hist.- genetische Erkundung

 

Um den Kampfmittelverdacht bereits frühzeitig ausräumen oder bestätigen zu können, wird im ersten Schritt
eine historisch-genetische Rekonstruktion der möglichen Kampfmittelbelastung durchgeführt. Hierbei kommt
den Fachbehörden bzw. den zugelassenen Unternehmen eine Schlüsselstellung innerhalb des Prozesses zu.

Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem:
• Recherche von Archivalien (Akten, Karten, Pläne, Fotos etc.)
• Recherche und Beschaffung verfügbarer Luftbilder zur lagegetreuen Luftbildauswertung
• Recherche und Beschaffung aktueller Standortinformationen (z.B. Nutzung, bereits durchgeführte Kampfmitteluntersuchung/ -räumung)
• Geländebegehung und ggf. Zeitzeugenbefragung
• Auswertung und Bewertung unter Berücksichtigung allgemeiner militärischer und geschichtlicher Vorgänge.

Die Baubeteiligten müssen nach Abschluss folgendes erwarten können:
• Klare Aussage, ob sich der Verdacht auf Kampfmittel bestätigt hat.
• Klare Aussage zur räumlichen, quantitativen und qualitativen Verteilung der Kampfmittelbelastung und der potentiellen Gefahr.
• Klare Empfehlungen zu notwendigen Folgemaßnahmen.

Vor allem der letztgenannte Punkt ist für die sonstigen Baubeteiligten von höchster Wichtigkeit, da diese in
der Regel nicht über die Fachkunde und die Quellen verfügen, um Folgemaßnahmen und mögliche Risiken
selbstständig ableiten zu können. In der Praxis führen sehr häufig unklare behördliche Freigaben zu Streitigkeiten
zwischen Bauherrn/Auftraggeber und der Baufirma bzw. zu einer unzulässigen Risikoübertragung auf die ausführenden
Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Kann bereits durch die historische Erkundung der Verdacht einer Kontamination
durch Kampfmittel ausgeschlossen werden, besteht kein weiterer Handlungsbedarf.